Solarkrise – EU gegen China

Europa

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Um das Preisdumping in der Solarbranche zu stoppen, will die EU ab Juni Strafzölle gegen China einführen. Noch deckt China den Bedarf in Europa an Solarprodukten zu 80 Prozent. Sollten die Strafzölle wirklich kommen, könnte es mit den Exporten aus China bald vorbei sein. Die aus China stammenden Solarprodukte sind auch deshalb so billig, weil die Hersteller von der dortigen Regierung Unterstützung in Form von günstigen Krediten und kostenlos zur Verfügung gestelltem Bauland bekommen haben. Solche Maßnahmen widersprechen den internationalen Handelsregeln. In der Folge wurden immer mehr Unternehmen gegründet. Diese produzieren nun mehr, als der Markt benötigt. Immer weiter sinkende Preise sind das Ergebnis dieser Vorgehensweise.

Schon jetzt droht in China immer mehr Unternehmen der Solarbranche die Pleite. Eine Konsequenz des unkontrollierten Zuwachses. Bis 2011 wurden mehr und mehr Firmen gegründet, die nicht nur Deutschland und anderen europäischen Ländern Konkurrenz gemacht haben. Das Resultat des riesigen Booms ist, dass die Unternehmen sich preislich gegenseitig soweit unterboten haben, dass mittlerweile viele kleine und einige große Firmen nicht mehr profitbringend produzieren können. Solargiganten wie Trina und Yingli mussten bereits Milliardenverluste hinnehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen warnt vor der Einführung von Strafzöllen (vgl. hierzu euroaktiv „Davon halten wir nichts“) Denn an der Herstellung der chinesischen Solarprodukte sind auch deutsche Unternehmen beteiligt. Sie liefern sowohl Maschinen, als auch Produktionsmaterialien. Auch andere Bereiche der Wirtschaft, beispielsweise die Automobilbranche, könnten davon betroffen sein. Sollte China nun zu einem Gegenschlag ausholen, könnten auch deutsche Unternehmen zu den Leidtragenden gehören.

Nicht nur die Chinesen exportieren ihre Handelsgüter. Für Deutschland ist die Volksrepublik der wichtigste Absatzmarkt außerhalb der EU. Sollte der drohende Handelskrieg zwischen China und der EU tatsächlich ausbrechen, wäre auch die deutsche Wirtschaft in Gefahr. Aus diesem Grund spricht sich die Kanzlerin gegen die geplanten Strafzölle aus und versucht zwischen der EU-Kommission in Brüssel und der chinesischen Regierung zu vermitteln.

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